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  Frauen, die ihren Körper akzeptieren
Artikel vom: 2006-09-30
 
  Intuitiv befolgen die selbstbewussten Geschlechtsgenossinnen die Regeln einer gesunden und ausgewogenen Ernährung  
  Wer seine Ernährungsgewohnheiten radikal ändert, der achtet auf seine Figur. Diese weit verbreitete und gut gemeinte Botschaft kann sich ganz schnell ins Gegenteil verkehren, meint Tracy Tylka, Psychologin an der Ohio State University. Eine von ihr geleitete, auf den jährlichen Treffen der „Amercan psychological Association“ in New Orleans vorgestellte Studie ergab: Für eine gesunde Ernährung ist ein gutes Körpergefühl überhaupt erst die Basis.

Tylka und ihre Kollegen stellten ihre Untersuchungen unter das Motto „Intuitiv essen“, wobei ihr Focus eher auf dem durch Hunger und Sättigung gesteuerten ("normalen") Essen lag als auf emotional begründetem, situationsabhängigem oder gestörtem Essen. Frühere Untersuchungen hatten ergeben, das intuitives Essen sich durch drei wesentliche Punkte auszeichnet: Man erlaubt sich zu essen, was man möchte und wenn man hungrig ist, physische Gründe spielen eine größere Rolle bei der Nahrungsaufnahme als emotionale und das Vertrauen des Essers in die eigene Fähigkeit, entsprechende Hinweise des Körpers wahrzunehmen, ist groß.

Wer intuitiv isst, hört die Stopp-Signale seines Körpers
„Viele Leute glauben einfach nicht, dass sie nicht plötzlich unkontrolliert zunehmen und regelmäßig regelrechte Gelage feiern, wenn sie essen, was sie möchten und wann sie es möchten“, sagt Tylka dazu. „Aber so etwas haben wir nicht ausmachen können.“ In einer ihrer Studien mit 199 Studentinnen, die im April im „Journal of Counseling Psychology“ veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass die „intuitiven Esserinnen“ gegnüber den „kontrollierten Esserinnen“ sogar einen etwas geringeren BMI (Body Mass Index) aufweisen konnten. In zwei weiteren Studien mit insgesamt 597 Probandinnen registrierten Tracy Tylka und ihre Kollegin Laura Avalos, dass überwiegend diejenigen, die ihre Figur auch mit ihren Fehlern akzeptieren konnten, angaben, intuitiv zu essen. Generell verbrachten diese Frauen deutlich weniger Zeit damit, sich zu überlegen, wie ihr Körper auf andere wirkte. Es stellte sich ferner heraus, dass sie sich auch in ihrer Vergangenheit eher darauf verlassen konnten, von ihren Familien so angenommen zu werden, wie sie waren.

Gesund zu essen ist Ausdruck einer gesunde Psyche
Weil ein niedriger BMI auch nicht als Maß für Gesundheit schlechthin angesehen werden kann, suchten sich Tylka und ihre Kollegin Jennifer Wilcox andere Faktoren, die eine gesunde Lebensweise widerspiegeln sollten. In einer Untersuchung mit insgesamt 737 Frauen zeigte sich, dass intuitive Esserinnen sich durch bessere Stress-Bewältigungs-Strategien, höhere Selbst-Einschätzung und weit mehr Optimismus auszeichneten. „Gesund zu essen ist Ausdruck einer gesunde Psyche“, sagt die Psychologin Tylka dazu. Es helfe nichts, schlechte Gewohnheiten einfach meiden zu wollen. Jeder, der sich gesünder ernähren wolle, müsste lernen auf seinen Körper zu hören.

Eurekalert/ GesundheitPro
 
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