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  Ohne Denksport geben neue Hirnzellen auf
Artikel vom: 2006-09-29
 
  Wer sein geistiges Potenzial brach liegen lässt, riskiert den Abbau seiner frisch gebildeten grauen Zellen – „use it or loose it...“  
  Fred Gage und seine Kollegen vom „Salk Institute for Biological Studies“ in La Jolla, Kalifornien, infizierten genetisch veränderte Mäuse mit einem Virus. Dieses Virus ist in der Lage, frisch gebildete Gehirnzellen an der Ausbildung neuer so genannter NMDA-Rezeptoren zu hindern. (NMDA-Rezeptoren sind Ionenkanälchen in den Zellmembranen, die im Stoffwechsel durch die Substanz Glutamat und im Reagenzglas künstlich durch einen Stoff namens N-Methyl-D-Aspartat – daher die Abkürzung NMDA – aktiviert werden können. Aufgabe der Rezeptoren ist die Kommunikation der Nervenzellen untereinander.) „Fertige“ Rezeptoren in älteren Zellen blieben von dem Angriff der Viren unberührt.

Zellen, die „im Gespräch“ bleiben, überleben

Wenn Gehirnzellen nicht miteinander kommunizieren können, sterben sie eher. Um diese Theorie zu untermauern, injizierten die Forscher den Virus-infizierten Mäusen eine Substanz, die deren sämtliche NMDA-Rezeptoren blockiert. Dies ließ die Überlebensrate der Virus-befallenen Gehirnzellen ansteigen und senkte die der normalen nicht-infizierten Zellen. Gage folgerte in seiner Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Nature daraus, dass ein Unterbinden der gesamtem Kommunikation zwischen den Zellen allen Hirnzellen die gleiche Überlebenschance verschafft – für ihn eine indirekter Hinweis darauf, dass aktive NMDA-Rezeptoren das Überleben von Gehirnzellen begünstigen können.

Da sich die behandelten Zellen im Hippocampus befanden, einer Hirnregion, die für Erinnerungs- und Lernvorgänge zuständig ist, zeigte sich Gage in seiner Arbeit überzeugt davon, dass die neu gebildeten Zellen dort zumindest mitbeteiligt sind, wenn wir uns an etwas erinnern.

New Scientist/ GesundheitPro
 
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